Institut für lösungsorientierte Astrologie
Jakob Ehrhardt

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Blogeintrag vom 27. März 2009

Astrologie ohne Konzept

Ich höre oft von Menschen, die vom Astrologen erwarten, er wisse mehr über sie als sie selbst. Er verfüge sozusagen über ein klares Bild, wo bei einem Klienten Verwirrung oder bei einer Klientin Erklärungsbedarf für das Leben gegeben ist, wie es sich gerade anfühlt. Ich höre von Astrolog/inn/en, die solche Erwartungen gern erfüllen. Ich könnte das nicht. Wenn ich das Geburtshoroskop eines Menschen vor mir sehe und sonst nichts oder wenig von ihm weiß, habe ich kein Konzept, was dieses Horoskop bedeutet. Ich sehe eine Fülle von Möglichkeiten, von denen sich manche zu Wahrscheinlichkeiten verdichten. Ich sehe nicht den Menschen hinter diesem Horoskop.

Wohl aber sehe ich den Menschen vor mir, wenn er gekommen ist, um über die Konstellationen seines Lebens zu sprechen – als genau das sehe ich Horoskope: als Kon-Stellationen, als Begleitumstände, als Handlungsrahmen eines Lebens. Ich sehe den Menschen vor mir und mache mich mit ihm auf die Suche, wo sich die Bilder seiner Konstellationen in seinem Leben wiederfinden lassen. Das kann eine erhellende, erleichternde, bewegende Reise werden, wenn jemand erkennt, in welchen Spielräumen er sich bewegt. Dass es genau diese Räume sind und nicht irgendwelche. Und dass sie Raum geben, das Spiel des Lebens auch auf andere Weise zu spielen, sofern das gewünscht und geboten erscheint.

Diese Entdeckungsreise gelingt mir mit meinen Klienten nur dann, wenn ich sie aus einer Haltung der inneren Leere, der Konzeptlosigkeit beginne. Und es gelingt mir nur mit Klienten, die sich von Erwartungen befreien können wie „Ich suche den Rat einer Autorität“ oder „Ich möchte gern wissen, wer/was an … schuld ist“ oder „Ich wüsste gern, wann ich der Liebe meines Lebens/dem großen Geld/der schlimmen Krankheit begegne“.

Diese Art von Astrologie vermag so etwas wie eine Landkarte zu skizzieren für die Wege, die ein Klient gehen möchte. Sie kann hier auf einen Berg hinweisen (den der eine vielleicht umgehen möchte, während sich die andere auf den Gipfel freut), sie kann dort eine Autobahn erkennen und zwischendrin wegloses Terrain, in dem nur der kleine Schritt im Hier & Jetzt den Weg eröffnen kann, der im Gehen unter den Füßen entsteht. Nicht zu verwechseln ist die Landkarte mit der Landschaft … das Gehen selbst kann ich niemand abnehmen.

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